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Thomas Böhm-Christl wuchs in einer Musikerfamilie auf und lernte in seiner Kindheit Klavier, Violoncello und Gitarre spielen. Nach der Schule erwarb er Studienabschlüsse für Erziehungswissenschaften und für das Lehrfach Deutsch und Sozialkunde. Die Studienzeit führte ihn über Marburg/Lahn 1977 nach Berlin. Dort tauchte er in die eifrige Musikszene, nahm als erstes die elektrische Gitarre und dann auch wieder das Violoncello zur Hand und begann, sich mit Komposition zu beschäftigen. Seine Aktivitäten bewegten sich ausgehend von Jazzrock über Jazz und Improvisation schließlich immer stärker auf die zeitgenössische Musik und ihre Berührungspunkte mit angrenzenden Sparten wie der freien Improvisation hin. Als Cellist reizt ihn stets die Spannung von Form und Chaos, von Tradition und Avantgarde, von Wohlklang und Mißklang, von Repetition und Variation. Als Komponist geht es ihm nicht anders, und er erprobt Statik und Beweglichkeit, setzt minimale Vorgaben und ausgeschriebene Aktionen gegeneinander, denkt in tonal nicht definierten Melodiebögen und diskontinuierlichen Rhythmen. Als Leiter von Projekten, für die er Kompositionen schreibt, arbeitet er an einem Netzwerk von Musikern und anderen Künstlern und führt so auch die Sparten der Künste immer wieder in verschiedenartigsten Personen zusammen. Die Opernsängerin trifft auf den Maler, der Konzertmeister eines Orchesters trifft auf den Freejazzer, die Fagottistin aus dem Bläserquintett begegnet Stimmimprovisatoren mit "electronics". Es kommt zu unverhofften Begegnungen und belebenden Funken aus scheinbar abgeschotteten Milieus. Die Spontaneität der Mitmusiker versetzt Böhm-Christl immer wieder Anstöße zu kompositorischen Akzentverlagerungen. Es kommt zu einem ständigen Prozeß zwischen Improvisation und Komposition. Die Atmosphäre von Orten wie einer Dorfkirche in Brandenburg (Bücknitzer Sommerkonzerte) oder eine ehemaligen Hinterhofwerkstatt in Prenzlauer Berg (Vollrads Tonsaal) elektrisiert ihn so, daß er dort seit 1998 regelmäßige Konzerte zu etablieren und dem häufigeren Besucher den Einfluß des Ortes auf wechselnde Ensembles fühlbar zu machen sucht. |
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Vita Thomas Böhm-Christl
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